Whale-Watching
Als Whale-Watching wird die Beobachtung von Walen in ihrem natürlichen Lebensraum – also den Meeren – bezeichnet. Betrachtungsobjekt sind dabei auch Delfine, da diese in der biologischen Systematik unter die Ordnung der Wale (Cetacea) subsumiert werden. Zu unterscheiden sind touristisches und wissenschaftliches Whale-Watching zum Zwecke der Walforschung (Cetologie). Die touristische Walbeobachtung entstand vor über einem Jahrhundert in den USA und ist seitdem rasant – zeitweise über dreimal schneller als die Tourismusbranche – gewachsen. Bereits gegen Ende des letzten Jahrtausends dürfte es rund 10 Millionen Whale-Watchers gegeben haben. Derzeit wird Walbeobachtung schätzungsweise in rund 85 Ländern an etwa 500 Orten angeboten und hat sich zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Im Rahmen der wissenschaftlichen Walbeobachtung werden Faktoren wie die Wanderungsbewegungen der Tiere und die Entwicklung der Populationen untersucht. Dafür kommen auch telemetrische Verfahren zum Einsatz. In letzter Zeit war eine vermehrte Integration beider Bereiche zu verzeichnen, wofür Kostengründe verantwortlich sein dürften.
Die Beobachtung selbst kann von Booten, geeigneten Landpunkten sowie Helikoptern oder Flugzeugen aus erfolgen. Laut Greenpeace ist die schiffgestützte Beobachtung mit einem Anteil von rund ¾ die häufigste Methode. Die meisten Tierschützer betonen, dass Whale-Watching dem Besuch von Delfinarien prinzipiell vorzuziehen ist, weil die Tiere so nicht aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen werden und nicht widernatürlich unter beengten Verhältnissen leben müssen. Gerade die Beobachtung vom Schiffen aus kann für die Wale allerdings auch negative Auswirkungen haben.
Die Nähe von Menschen und lärmenden Booten können Stress und Verhaltensänderungen auslösen, wodurch eine Reihe von weiteren negativen Folgen – wie Populationsrückgänge oder die Abwanderung der Tiere – droht. Im Fall von direkten Kontakten (etwa beim mittlerweile in einigen Längern verbotenen oder reglementierten „Schwimmen mit Delfinen“) droht den Walen sogar die Ansteckung mit Krankheiten. Deswegen empfehlen Naturschutzorganisation meistens die Beobachtung von geeigneten Landpunkten aus, weil die Wale so nicht gestört oder in ihrem Verhalten beeinträchtigt werden.
Einige Länder haben, um die Tiere zu schützen, zudem Whale-Watching-Gesetze verabschiedet, in denen Faktoren wie der Mindestabstand zu den Tieren, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit und Anzahl der Boote oder die Höchstdauer des eigentlichen Kontakts, geregelt werden. Allerdings gibt es immer noch diverse Staaten, welche die Wahlbeobachtung, genauso wie Walfang, kaum oder gar nicht reglementieren.
Bild Whal Watching
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