Walfang
Jan Egil Kristiansen / flickr.comDer Walfang ist, im Gegensatz zur Touristenattraktion Whale-Watching, keine neue Erscheinung. Bereits vor 7000 Jahren wurden Wale von Menschen gejagt. Felszeichnungen und Knochenfunde in der Nähe von Ulsan belegen dies. Das ist gleichzeitig auch der älteste Beleg dafür. Aber auch in Skandinavien konnten entsprechende Malereien in Höhlen eine uralte Art der Jagd auf Wale bekunden. Im 12. Jahrhundert jagten Basken den kleinen Grundwal und den Atlantischen Norkaper dermaßen stark, das er in dieser Region ausstarb. Im Jahre 1583 wurde dann durch William Pole auf der Suche nach der Nordost-Passage bei Spitzbergen eine große Anzahl von Grönlandwalen entdeckt. So begann im Jahre 1611 durch die Engländer und im Jahre 1612 durch die Holländer eine großangelegte Jagd auf Wale. 1644 kamen die Deutschen sowie 1650 englische Kolonisten dazu.
Ursprünglich wurde aus dem Walöl Nitroglycerin hergestellt. Aber auch für die Beleuchtung war der Tran der Wale wichtig. Ebenso wurden aus ihnen Salben, Seifen, Farben, Suppen, Fette wie Margarine gewonnen. So war auch die Armeeführung nach dem ersten Weltkrieg fest davon überzeugt, das sie ohne das Walöl weder genug Nahrung noch Munition gehabt hätte und es ohne dies zu nicht schaffen gewesen wäre. Der Pottwal dagegen wurde Anfang des 19. Jahrhunderts besonders wegen des Ambras und des Walrats von zumeist amerikanischen Walfängern gejagt. Das Ambra wurde für die Parfumherstellung genutzt, es diente als wichtiger Grundstoff. Das Walrat wurde pulverisiert und zur Behandlung von Lungenerkrankungen und Husten genutzt. Als 1859 das Petroleum entdeckt wurde, kam der Walfang eine Weile fast zum Erliegen. Die Überfischung der Nordmeere führte zu einem massiven Rückgang der Walbestände.
Anfang der 30er Jahre, die Überfischerung der Meere war zu diesem Zeitpunkt noch kein relevantes Thema, stellte man fest, dass durch die immense Jagd der Walbestand gefährdet war. In den Jahren 1930/31 wurden mehr Wale getötet, als heute in den Ozeanen leben. So beschloss 1931 der Völkerbund ein Abkommen, in dem die Begrenzung des Walfangs statuiert wurde. Dies trat im Jahre 1935 in Kraft. Doch viel brachte das nicht, denn die großen Walfang-Nationen wie Norwegen und Großbritannien waren keine Mitglieder des Völkerbundes und jagten so fröhlich weiter. In den japanischen Gewässern wurde besonders in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg Walfang betrieben. Hier wurde das Fleisch für die hungernde Bevölkerung benötigt.