Thunfischfang – Bedenkliches aus der Dose

Thuna marinagrr / flickr.com

Thunfisch – ob aus der Dose im sommerlichen Nizza-Salat oder als frisches Fischfilet auf dem Grill – ist eine der beliebtesten Fischsorten der Deutschen. Was Thunfischkonsum und damit der Thunfischfang für die Meere und seine Bewohner im Besonderen und für die Thunfischbestände im Allgemeinen bedeuten, ist den meisten Verbrauchern dabei nicht klar. Kennzeichnungen, wie “Delfin-freundlich” auf dem Dosenthunfisch suggerieren dabei fälschlicherweise, dass solcher Fisch aus unbedenklicher Fischerei stammt. Dies ist jedoch keineswegs immer der Fall.

Thunfischfang, vorallem industriell betriebener, ist mit einer Reihe von Problemen verknüpft, die eine Gefahr für den Lebensraum Meer darstellt. Dies fängt bei der Bedrohung einzelner Thunfischarten an und endet damit, dass durch unlautere und problematische Fangmethoden andere zum Teil bedrohte Meerestiere ins Netz gehen und so ausgerottet werden. Zahlreiche Thunfischarten leiden unter Überfischung, am stärksten betroffen sind dabei die Arten Rother Thun, Blauflossen-, Gelbflossenthunfisch und die Großaugenthune. Der Grund dafür ist die weltweit starke Nachfrage nach Thunfisch, insbesondere aus Japan: Mit rund 78 Prozent des weltweit gefischten Thunfischs sind die Japaner der größte Abnehmer des begehrten Fischs.

Aber nicht nur das Wieviel des Thunfischfangs, sondern vielmehr das Wie ist entscheidend. Hochseetreibnetze sind mittlerweile zwar auf der ganzen Welt verboten, aber auch andere brutale Fangmethoden durchsieben die Meere systematisch und führen dazu, dass andere Meeresbewohner wie Delfine, Schildkröten und Schwertfische brutal in den Netzen verenden. Thunfisch, der hierzulande auf den Tisch kommt, wird beispielsweise häufig mit großindustrieller Langleinenfischerei gefangen. Hierzu werden im Meer kilometerlange Leinen mit tausenden von Haken abgelegt, an denen jedoch nicht nur Thunfische anbeißen. So verenden unzählige Haie, Meeresschildkröten, aber auch Albatrosse, die versuchen, die bereits an den Haken hängenden Fische zu fressen. Dabei weist Greenpeace daraufhin, dass die Leinenfangmethode auch verantwortungsvoll genutzt werden kann. Beispielsweise baskische Fischer machen vor, wie man mit kleineren Langleinen gezielt und gerade nur soviel Thunfisch fangen kann, wie sich auch in kurzer Zeit absetzen lässt.

Im Bereich des Thunfischfangs hat sich seit dem Verbot der Treibnetze bereits einiges getan – aber noch kann von einem verantwortungsvollen gar ökologischen Fischfang keine Rede sein. Meeresschutz, und somit eine Verhinderung der Zerstörung der Weltmeere, bedeutet also für Verbraucher auch, genau hinzusehen, woher ihr Fisch kommt und gegebenfalls auch einmal zu verzichten.