Die Tiefsee
Ilse Reijs and Jan-Noud Hutten / flickr.comDie Meeresbereiche, die sich unter 800 m Tiefe finden, bezeichnet man allgemein als Tiefsee. Kein Licht dringt in diesen Lebensraum ein, was die Lebensbedingungen für die dortigen Lebewesen sehr schwierig macht. Denn das fehlende Licht lässt ein Pflanzenwachstum nicht zu. Hinzu kommt, dass die Temperaturen nur wenig über null Grad liegen. Die Nahrung ist also mehr als spärlich. Doch trotz der unwirtlichen Lebensbedingungen bietet die Tiefsee einer großen Vielfalt von Tierarten eine Heimat. Dies liegt auch daran, dass es hier einen adäquaten Ersatz für die fehlende Energie der Sonne gibt, hydrothermale Quellen, die man auch „Black Smoker“ nennt die auch dafür verantwortlich sind dass Tiefsee tauchen sehr im Trend liegt. Pflanzenähnliche Lebewesen können hier überleben, Bakterien dienen als Pflanzenersatz. Und die Tiere, die in der Tiefsee beheimatet sind, besitzen zum Teil die Möglichkeit, mit ihren eigenen Körpern oder durch Bakterien sozusagen von „innen“ zu leuchten. Dies nennt man Biolumineszenz. Aufgrund dieser besonderen Fähigkeit oder ihrem besonderem Aussehen bietet die Tiefsee mitunter bizarr aussehende Bewohner auf. Auch der Tauchsport kann davon profitieren.
Leuchtende Farben, die woanders auffallen würden, verschwinden hier und dienen sogar zur Tarnung. Oftmals fehlen den Fischen die Schuppen und sie haben keinen so komplexen Knochenaufbau, wodurch sie das Gleichgewicht besser halten können. Viele Fischarten besitzen aufgrund des vorherrschenden Drucks und der dadurch erschwerten Beherrschung einer Schwimmblase keine solche.
Obwohl die Tiefsee etwa 80 % der Meere ausmacht und somit über die Hälfte der Erdoberfläche bedeckt, sind die Menschen mit der Erforschung bisher nicht weit gekommen. Erst 1 % wurde erforscht, was nahelegt, dass noch einige unentdeckte Tierarten in der Tiefsee beheimatet sind. Um solche Tierarten nachzuweisen, muss man aber, aufgrund der anderen Druckverhältnisse in einer solchen Tiefe, spezielle Druckbehälter benutzen, um die Tiere an die Oberfläche zu bringen. Die Tiere sind auch oftmals weit verstreut, da durch die Bedingungen in diesem Lebensraum die Vorkommen der Lebewesen einer Art nicht so hoch sind. Eine dauerhafte Beobachtung der Arten vor Ort wäre zur Erforschung ebenso sinnvoll, ist aber technisch kaum zu verwirklichen.
Das so wenig über die Arten und diesen Lebensbereich bekannt ist, liegt also an der Form der Erforschung und deren immensen Kosten. Der Druck in diesen Tiefen ist enorm. Im Meer erhöht sich der Druck alle 10 Meter um ein kg pro cm², man nennt diese Größe „Atmosphäre“. In einer Tiefe von 10.000 Metern lastet also pro cm² eine Tonne Druck auf einem Menschen, was einen Tauchgang ohne tiefseetauglicher Ausrüstung unmöglich macht. Unterseeboote, die in der Tiefsee eingesetzt werden können, gibt es nur aber nur wenige. Schiffe, die Proben aus diesen Tiefen heraufholen können, benötigen mehrere Kilometer lange Kabel und müssen darum entsprechend groß sein. Die Kabel aus- und wieder einzurollen, dauert bei einigen Tausend Metern Tiefe zudem mehrere Stunden. Und die Durchschnittstiefe der Weltmeere liegt bei 4.000 m. Im Marianengraben, der östlich der Inselgruppe der Philippinen liegt, findet man sogar Tiefen bis zu 10.916 m vor.